EU-USA Fahrplan zu langfristigem SWIFT-Abkommen
"Die Europäische Union hat durch das Aussetzen des SWIFT-Abkommens in Sachen Datenschutz Selbstbewusstsein gegenüber den USA gezeigt. Zu verdanken ist das dem klaren Ja des Europäischen Parlaments für die Stärkung der europäischen Bürgerrechte. Diese erstarkte Verhandlungsposition wird das Europaparlament jetzt nutzen, um für das endgültige Abkommen klarere Definitionen und höhere datenschutzrechtliche Standards durchzusetzen", sagte heute ÖVP-Europaklubobmann Dr. Ernst Strasser. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit EVP-Vizepräsident Manfred Weber (CSU) sagte Strasser als EVP-Chefverhandler zum SWIFT-Abkommen vor internationalen Journalisten in Brüssel: "Das deutliche Signal der EU-Innenminister, gemeinsam mit dem Europaparlament in eine Richtung zu zielen, ist ein wichtiger Schritt vorwärts. Es gibt laufend Bewegung in der Erstellung eines EU-US Fahrplans zu einem langfristigen SWIFT-Abkommen."
Jüngste Gespräche zwischen den Verhandlungsführern des Europäischen Parlaments und Vertretern der EU-Kommission zielen auf ein zügiges gemeinsames Ergebnis ab: "Auch die Kommission will konstruktiv und rasch mit dem Parlament arbeiten. Das hat unser Treffen mit Kommissarin Vivane Reding in der vergangenen Woche deutlich gezeigt. Die Kommission will in guter Zeit ein Verhandlungsmandat vorlegen", informiert Strasser über die positiven Entwicklungen. "Ohne das Parlament wird es kein neues SWIFT-Abkommen geben. Nur durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Kommission, Rat und Parlament kann auf effiziente und sinnvolle Weise eine gemeinsames Abkommen gelingen", so Strasser weiter.
Basis für die Verhandlungen ist und bleibt der Forderungskatalog des Europaparlaments, der im September letzten Jahres in einer Resolution verabschiedet wurde. "Die Anzahl der transferierten Daten muss so gering wie möglich gehalten werden. Genauere und verhältnismäßige Bestimmungen hinsichtlich der Verwendung, der Speicherungsdauer sowie der Löschung der Daten sind notwendig. Außerdem sind genaue Regeln hinsichtlich der Weitergabe an Drittstaaten nötig", nennt Strasser drei wichtige Punkte für das neue Abkommen. Zudem müssten die Rechte der Betroffenen gewährleistet sein. Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Reziprozität, der gegenseitige Austausch von Daten: "Hier dürfen wir uns im Hinblick auf ein zukünftiges ähnliches europäisches System zur Aufspürung finanzieller Transaktionen von Terroristen noch nicht festlegen", will Strasser Optionen zur Verbesserungen des Datentransfers offen lassen.
Strasser forderte die Kommission erneut auf, zentrale Punkte des Europaparlaments in den Entwurf des Verhandlungsmandats aufzunehmen. "Wir wollen bald wissen, wie unsere Forderungen in der Praxis - also bei Verhandlungen mit den Amerikanern und damit final im endgültigen Abkommen - umgesetzt werden können", so Strasser abschließend.