Für eine stärkere Einbindung des Europäischen Parlaments bei der Umsetzung des Fiskalpakets spricht sich der niederbayerische Europaabgeordnete und CSU-Bezirksvorsitzende Manfred Weber aus. Vor dem Hintergrund der Wahl von Martin Schulz zum neuen Präsidenten des Europäischen Parlaments forderte Weber, dass die Regierungen bei den aktuellen Verhandlungen zum Fiskalpaket die Parlamente nicht übergehen dürfen. „Wir dürfen nicht in ein Europa von vor 20 Jahre zurückfallen, wo alles hinter verschlossenen Türen entschieden wurde. Europa braucht mehr Demokratie, nicht weniger“, betonte der EVP-Fraktionsvize. „Die Diskussionen über die Zukunft Europas gehören dorthin, wo die Bürgervertreter sitzen: in das Europäische Parlament."
Die europäischen Christdemokraten, zu denen die Abgeordneten von CDU und CSU gehören, haben den Sozialdemokraten Schulz mitgewählt. „Der neue Präsident genießt einen Vertrauensvorschuss, weil wir gemeinsam für eine Stärkung Europas und eine Stärkung des Europäischen Parlaments kämpfen“, sagte Weber. Der Vorschuss sei aber nicht unbegrenzt. Der CSU-Politiker warnte Schulz davor, seine Rolle als Parlamentspräsident für Parteipolitik zu missbrauchen. „Wenn er die gemeinsamen Anliegen in den Vordergrund stellt, hat er meine Unterstützung. Wenn er meint, das Parlament sozialdemokratisch prägen zu können, dann wird das die EVP nicht mitmachen.“